Wie es ist, wenn man seine Träume umsetzten will.

„Von meiner Leidenschaft Leben zu können“. Das war mein Traum, ist mein Traum und wird es auch immer bleiben. Meine Leidenschaft ist Musik, Tanz, Theater: Kunst, im gröbsten Sinne des Wortes und um meinen Traum umzusetzen, bin ich bereit vieles zu tun. Dass das meistens nicht ganz so einfach ist, wurde mir von Anfang an gesagt. Ich habe viele Artikel darüber gelesen. Ich habe von vielen gehört wie es sein kann, an Träumen zu arbeiten und habe mich trotzdem nicht davon abhalten lassen, es zu versuchen. Ich habe alle Warnungen mit der Antwort, das es mir egal sei, in den Wind geschlagen. Aber letztendlich kapiert, was es bedeutet Träume zu leben oder versuchen sie zu leben, habe ich erst jetzt.

Es gibt ein paar Dinge, die ich hier festhalten möchte, aus denen vielleicht Andere lernen können, wenn sie sie früher kapieren als ich.

  1. Du wirst versagen und zwar oft

Wenn du deine Träume verfolgst, wirst du oft hinfallen. Für mich war das besonders schwer zu verstehen. Ich war gut in der Schule und war immer einigermaßen gut in allem, sodass ich mich durch alles irgendwie ohne wirklich große Enttäuschungen durchgemogelt habe. Und das erste. Mal, wenn du fällst, fällst du am tiefsten.

Aber wie ich schon oft zu anderen gesagt habe, die das gleiche Ziel haben wie ich: Entscheidend ist eigentlich nur, dass du wieder aufstehst und weitergehst. Was hast du auch für eine andere Wahl? Zurückgehen kannst du jetzt auch nicht mehr und liegenbleiben bringt dich nicht weiter. Also musst du aufstehen und einen Fuß vor den anderen setzen. Ich habe viele Enttäuschungen erlitten und oft an mir und (ich will es nicht leugnen) an anderen gezweifelt. Ich habe praktisch alles hinterfragt, was ich kenne und liebe. Ich würde jetzt hier gerne schreiben, dass es sich lohnt. Das mich das letztendlich dahin gebracht hat wo ich heute stehe, aber ich befürchte, dass ich noch lange nicht an meinem endgültigen Ende des Weges angekommen bin. Also werde ich noch oft genug stürzen, bevor ich endlich mein Ziel erreiche.

2. Du wirst immer für deinen Traum arbeiten müssen. Und wenn ich sage immer meine ich auch immer.

Mir wurde mal gesagt „Finde etwas, dass du liebst und du wirst niemals in deinem Leben arbeiten müssen“. Aber eigentlich ist das nur die halbe Wahrheit. Ich musste erfahren, dass wenn du etwas findest, dass du liebst und das zu deiner Berufung machst, du eigentlich die ganze Zeit arbeitest. Du hast keine Zeit mehr für viele Freundschaften, die außerhalb deiner Arbeit oder deiner Berufung stattfinden. Man setzt seine Prioritäten anders und das bedeutet auch Entscheidungen zu treffen, die einem nicht leicht fallen und Freunde zu enttäuschen, um weiter zu kommen. Du lebst die meiste Zeit nur noch für deine Leidenschaft und Arbeitest kontinuierlich daran dich zu verbessern. Und das nicht nur zu 40 Stunden in der Woche, wie dies bei normalen Arbeitstagen der Fall ist. Du wirst es oft verfluchen. Du wirst andere Menschen beneiden, die scheinbar das tun können, was sie wollen. Aber bedenke: Alle anderen Menschen beneiden dich darum, dass du deinen Traum leben kannst und scheinbar das tun kannst was du willst.

3. Nichts läuft so wie geplant

Ich hatte mir alles so gut überlegt. Ich gehe auf die Musical-Schule. Lerne dort ein paar nette Menschen kennen, die cool finden, was ich mache. Die vermitteln mich dann weiter und so komme ich schon durch Castings etc. über die Runden. Aber falsch gedacht. So einfach ist es nicht. Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich wirklich ernsthaft ins Zweifeln gerate, ob das für mich der richtige Weg ist. Für mich eine passende Schule zu finden, erweist sich schwieriger als ich gedacht hatte und ich bin noch nichtmal am Limit angelangt.

Vielleicht sollte ich aufhören mir einen Plan für alles zu überlegen und einfach mal das Schicksal entscheiden lassen. Denn immer wenn ein Plan schief läuft, bin ich absolut am Boden zerstört und verstehe nicht wieso es soweit kommen konnte.

4. Es wird Momente geben, an denen du es hassen wirst, dich für deinen Traum entschieden zu haben.

Ich habe mir schon oft überlegt, was wäre, wenn ich mir einfach einen normalen Beruf suchen würde. Ich könnte doch Lehrerin werden oder einfach in einer Firma arbeiten wie normale Menschen. Was wäre, wenn ich nicht diesem Druck ausgesetzt würde, mich dauernd beweisen zu müssen, dauernd mein Bestes geben zu müssen, was letztendlich dann doch nicht genug ist.

Es gibt Momente, in denen man alles hinterfragt. „Warum tue ich mir das eigentlich an?“ Schießt einem dann durch den Kopf und man driftet ab in Wahnsinn und Verzweiflung. Aber das sind nur wenige Momente, ein paar Sekunden, in denen man vergisst, was für ein Rausch es ist, das zu tun was man liebt. Man erinnert sich an den Anfang dieses Feuers und wie hell es in einem brennt. Man erinnert sich an die ersten Tage, wo das Feuer noch eine Glut war – noch lange nicht ausgewachsen, noch in der Anfangsphase ihres Lebens. Und ein paar Minuten später fragt man sich wieso man an so etwas banalem zweifeln konnte und eine weitere Erkenntnis holt einen ein:

5. Wenn du einmal angefangen hast, hörst du nie wieder auf.

Ich weiß nicht, ob es bei allen Menschen so ist. Aber ich weiß, dass ich niemals aufhören kann diesen Weg zu gehen. Es gibt kein zurück mehr. Ich werde nicht aufhören, bis ich mein Ziel erreicht habe und das sind eindeutig zwei Seiten einer Medaille. Einerseits kann ich mir sicher sein, dass ich irgendwann Erfolg haben muss, denn habe ich es nicht, werde ich nicht überleben. Und andererseits: Was mache ich, wenn ich es nicht habe? Mir wurde klar, dass es für mich keinen Plan B mehr gibt. Ich kann nicht mehr zurück gehen und will es auch gar nicht. Ich werde meinen Plan A soweit durchziehen wie ich kann und das Beste daraus machen was geht und ich glaube, dass das die Einstellung ist, die mich letztendlich weiter bringen wird als die meisten anderen.

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